Anschrift


Ruhr-Universität Bochum
Evangelisch-Theologische Fakultät
Professur für Interkulturelle Theologie und Körperlichkeit
GA Süd 8/51-53
Universitätsstraße 150
D-44780 Bochum

E-Mail:interkulturelle-theologie@rub.de



Sprechstunden im Wintersemester 2020/21

Prof. Dr. Claudia Jahnel


donnerstags 12-14 Uhr über Zoom

Um Überschneidungen zu vermeiden, melden Sie sich bitte zur Sprechstunde per Mail.claudia.jahnel@rub.de an und nennen Sie dabei auch schon Ihr Anliegen.
Sie können sich natürlich auch jederzeit mit Fragen und Anliegen per Mail an Frau Jahnel wenden.

 



Kristina Göthling-Zimpel

Bitte vereinbaren Sie per Mail einen individuellen Termin.

Alena Höfer

montags 15-16 Uhr (telefonisch/digtal)
Bitte melden Sie sich vorher per Mail an!

Dr. Claudia Rammelt

telefonisch/digital
Frau Dr. Rammelt ist jederzeit auch per Mail erreichbar!
Wenn möglich gerne auch persönlich vor Ort nach individueller Vereinbarung.

Informationen zur Prüfung


Nähere Informationen zur Prüfung in Religionswissenschaft und Interkultureller Theologie für Magister Theologiae finden Sie unter der Rubrik Lehre.


Ankündigung des Hauptseminars der Professur für Interkulturelle Theologie und des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre im Wintersemester 2020/21


Ecological Justice - Perspectives from Africa and Europe

Das Thema der Nachhaltigkeit lässt sich angemessen nur in globaler Perspektive diskutieren, was in diesem Seminar vor allem dadurch versucht wird, dass in einer Blockveranstaltung voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember (der genaue Termin steht noch nicht fest) gemeinsam mit Wissenschaftler*innen von der Protestant University of Ruanda die jeweiligen Erfahrungen und Herausforderungen ökologischer Gerechtigkeit in Afrika und Europa verglichen und aufeinander bezogen werden sollen.
Dabei spielt das Thema der Gerechtigkeit eine zentrale Rolle, sowohl im Blick auf die Verursachung und die Bewältigung von Folgen ökologischer Schäden weltweit (exemplarisch im Blick auf Afrika und Europa) wie auch in den jeweiligen Gesellschaften selbst: Welche Gruppen sind in besonderer Weise betroffen, wie lassen sich soziale und ökologische Anliegen relationieren?

Vor- und nachbereitend zu dem Blockseminar (in Präsenz) werden reguläre Seminarsitzungen (im ca. zweiwöchigen Turnus) abgehalten, die Termine werden in der ersten Sitzung am 26.11.2020 bekannt gegeben. Das Blockseminar findet in englischer Sprache statt, die Seminar-Sitzungen in deutsch und englisch.

Folgende Termine sind dafür vorgesehen:

26.11.2020 16:00 - 18:00 Uhr

10.12.2020 14:00 - 18.00 Uhr

21.01.2020 14:00 - 18:00 Uhr

05./06.02.2021 ab 14:00 Uhr

11.02.2021 14:00 - 18:00 Uhr


Soeben erschienen

Gerne möchten wir alle Interessierten auf diese Neuerscheinungen aufmerksam machen.

Cover-Butler
© Transcript Verlag







In diesem Band hat Frau Prof. Jahnel einen Beitrag mit dem Titel
»We Are Undone by each other«1Interkulturell-theologische Perspektiven auf Judith Butler veröffentlicht.








Cover_Witnessing
© Kohlhammer Verlag



In der neuen Reihe "Towards an Ecumenical Missiology" ist im September der erste Band veröffentlicht worden (siehe Bild).



Vortragsreise durch Indonesien von Prof. Dr. Claudia Jahnel

Vom 30.09.-09.10.2019 war Prof.Claudia Jahnel auf Vortragsreise durch Indonesien.
In der neuesten Ausgabe des VEM-Journals 2/2020 ist dazu ein Beitrag erschienen.  

VEM Artikel Indonesien   (202.7 kB)

Formular

Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext


Lupe
© Diakonie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Seit 2007 findet jährlich während der Sommersemesterferien die Studienwoche „Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext“ statt. Sie hat zum Ziel, Studierende zu motivieren, sich intensiv mit christlich-islamischen Beziehungen zu beschäftigen und einen entsprechenden Studienschwerpunkt zu setzen.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Infos Studienwoche   (441.2 kB)

Neuerscheinung des Jahrbuchs Mission 2020

Buchcover
Lupe
© DEMH

Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

"Wie Yoga aus Schweden nach Indien kam"

Unter dieser Überschrift finden Sie online in der aktuellen Rubin einen Beitrag von Frau Prof. Claudia Jahnel.

Weiterlesen 




© Damian Gorczany

Die Veröffentlichung „Kairos for Creation“ ist soeben erschienen

Eine neue Publikation aus christlich-ökologischer Perspektive, mit unterschiedlichen kulturellen, konfessionellen und regionalen Hintergründen und der gemeinsamen Forderung nach mehr Klimagerechtigkeit.
Dieses Buch ist eine Dokumentation der Wuppertaler Konferenz (s.Artikel). Es werden gemeinsame Perspektiven formuliert, wie theologisch und politisch auf den globalen Klimanotfall reagiert werden kann.
Die 362-seitige Publikation bietet 35 Beiträge und wurde von Louk Andrianos, Michael Biehl, Ruth Gütter, Jochen Motte, Andar Parlindungan, Thomas Sandner, Juliane Stork und Dietrich Werner herausgegeben.
Dieses Buch liegt auch als Open Access vor. Hier können Sie die Publikation herunterladen 

Konferenz Wuppertl_Juni_2019
Lupe
© Foto: EMW


"Hoffnung für die Erde bezeugen - Internationale Konferenz in Wuppertal zu ökologischer Theologie und Ethik der Nachhaltigkeit"

Auf einer bemerkenswerten internationalen theologischen Konferenz zur ökologischen Theologie und zur Ethik der Nachhaltigkeit, vom 16-19.06.2019 in Wuppertal, trafen sich 52 Delegierte aus 22 Ländern unterschiedlicher Konfessionen und Glaubenstraditionen.
Die Konferenz, die von BfdW, EKD, EMW, ÖRK und VEM gemeinsam organisiert wurde, hat den Aufruf „Kairos für die Schöpfung - Hoffnung für die Erde bezeugen" verfasst, mit weitreichenden Forderungen zunächst an die Kirchen weltweit. Er ist aber auch an die Zivilgesellschaft und die politisch Verantwortlichen, insbesondere im Hinblick auf die Erreichung der Pariser Klimaziele, gerichtet. bitte weiterlesen: Kairos Hoffnung für die Welt

Theologisches Forum Christentum – Islam Theologie – gendergerecht?

Vom 06.03.2020 bis 08.03.2020, findet diese Tagung in Stuttgart-Hohenheim statt.

In Islam wie Christentum sind Geschlecht und religiöses Leben tief miteinander verwoben. Inwieweit tragen religiöse Traditionen dazu bei, ungerechte Geschlechterordnungen festzuschreiben? Wo können genderkritische Revisionen neue Sichtweisen freilegen? Welche Ansätze in islamischer und christlicher Theologie machen die Analysekategorie „Gender“ fruchtbar für theologische Debatten?
Tagungsprogramm 

Frau Jahnel wird im Forum 2: Zwischen Selbstwerdung und Normierung – Christentum und Islam im Spannungsfeld von Geschlecht, Körper und Sexualität vortragen.

Es gibt noch die Möglichkeit, sich für diese Veranstaltung anzumelden.

Tagung "Körper-Zeugnisse: Tattoos als Selbstausdruck religiöser Bekenntnisse"

Tattoo Tagung
Lupe

Wissen, das unter die Haut geht!
Diesen Donnerstag (16.1) findet an der Ruhr-Universität Bochum die Tagung "Körper-Zeugnisse: Tattoos als Selbstausdruck religiöser Bekenntnisse" statt. Die Professur für Interkulturelle Theologie und der Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre der Evangelisch-Theologischen Fakultät haben diese organisiert.

Die Theologie hat sich bisher nur randständig auf diese neue Form der Inszenierung des Körpers eingelassen. Dies ist erstaunlich, auch weil sich in der „Tattoo-Szene“ zunehmend christliche Symbole finden lassen und vor allem immer mehr christliche Jugendliche ihren Glauben durch die Markierung eines Tattoos sinnfällig zum Ausdruck bringen.

Interkulturelle Theologie

Interkulturelle Theologie befasst sich mit den vielfältigen Gesichtern, die das Christentum heute infolge seiner geografischen Ausbreitung und der daraus resultierenden interkulturellen und interreligiösen Aushandlungsprozesse und Dialoge kennzeichnen.

Mit der deutschlandweit einzigartigen Fokussierung des Faches auf Körperlichkeit stellt sich die Interkulturelle Theologie an der RUB in den Kontext einer großen Frage unserer Zeit nach der Zukunft des Körpers zwischen seinem transhumanistischen bio-technischem Enhancement und dem Traum von der Überwindung von Krankheit, Altern und Tod einerseits und der Anwaltschaft für die Verletzlichkeit des Körpers und dem Widerstand gegen gesellschaftliche und kulturelle Normierungen und Normalisierungen andererseits.


Interkulturelle Theologie ist interdisziplinär

Interkulturelle Theologie ist, historisch betrachtet, aus dem Zusammenspiel von Religionswissenschaft, Missionswissenschaft und weltweiter Ökumene heraus entstanden. Neben diesen Forschungstraditionen sind ihr in der Auseinandersetzung mit Kolonialismus, antikolonialen Befreiungsbewegungen und Postkolonialismus, zunehmender Globalisierung, Säkularisierung und „Wiederverzauberung“, Genderdebatten, Migrationsforschung und kulturell-religiöser Pluralisierung Europas weitere methodische Zugangsweisen und Forschungsfelder zugewachsen.
Interkulturelle Theologie forscht und lehrt – die administrativ-wissenschaftspolitischen disziplinären Grenzziehungen überschreitend ¬– trans- und interdisziplinär. Von ihrer Herkunftsgeschichte her steht sie in besonderer Nähe zu Ethnologie, Anthropologie, außereuropäischen Philologien, Religionswissenschaft und Missionswissenschaft. Heute bezieht sie Gegenstände und Diskussionen auch aus anderen Disziplinen ein wie der Philosophie, der Soziologie, den Literaturwissenschaften oder der Medizin sowie der im Kontext globaler Verflechtungen erwachsenen, quer zu diesen Disziplinen liegenden postcolonial und subaltern studies. Letztere haben zusammen mit den Einsichten der neueren Kulturwissenschaften (cultural turns) die selbstkritische Reflexion der Produktion von Wissen über Kulturen, transkulturelle Verflechtungen und damit nicht zuletzt auch die Machtbeziehungen ins Zentrum der Interkulturellen Theologie gerückt.


Interkulturelle Theologie als Kulturwissenschaft

Die Einbindung kulturwissenschaftlicher Perspektiven in die Theologie ist nicht neu. Einer der renommiertesten Grenzgänger zwischen Theologie und Kultur war Ernst Troeltsch, für den die umwälzenden Veränderungen der Neuzeit mit der Notwendigkeit einer theologischen Reflexion dieser massiven kulturellen Veränderungen verbunden waren. Die rasanten Globalisierungsprozesse heute fordern die Theologie erneut dazu heraus, Gesellschaft, Kultur und Politik theologisch zu reflektieren – und dazu bedarf sie besonders der Einsichten andere kulturwissenschaftlicher Disziplinen und der Kooperation mit diesen.
Mein Markenzeichen in Interkultureller Theologie ist der kulturwissenschaftliche Zugang. Religionen sind kulturelle Systeme (Clifford Geertz). Das bedeutet: Religionen – einschließlich des Christentums – und kulturelle Zuschreibungen, Praktiken, kulturelles Wissen und kulturelle Symbole beeinflussen sich gegenseitig. Kontextuelle Theologien aus Asien, Afrika oder Lateinamerika entstehen wie europäische oder nordamerikanische Theologien nicht in einem kulturfreien Raum, sondern sind zutiefst geprägt von den Berührungen, Konflikten und Wechselwirkungen, die der Kontakt zwischen dem „christlichen Europa“ und anderen Zentren der Welt hervorgerufen hat. Diese kulturellen und religiösen Wechselwirkungen und interkulturellen Verflechtungen sind geradezu ein Charakteristikum heutiger kulturell pluraler Gesellschaften geworden. Der kulturwissenschaftliche Zugang trägt in spezifisch theologische Topoi und Debatten hochaktuelle kulturelle und gesellschaftliche Fragen ein wie die nach Identität und Zugehörigkeit, Sinn und Wissen, Macht und Gewalt oder Freiheit und Handlungsmacht.


Interkulturelle Theologie als theologische Disziplin

Interkulturelle Theologie ist deshalb jedoch nicht nur beschreibende, Theologie wahrnehmende Wissenschaft, sondern sie trägt auch zur „Theologiebildung“, das heißt: Sie hat auch eine orientierende und in diesem Sinn kritisch-normative Aufgabe und ist darin eine eigenständige theologische Disziplin mit vielfältigen Aufgaben für das Ganze der Theologie. Indem sie sich mit der synchronen wie diachronen Vielfalt der Christentümer und den interkulturellen Transformationsprozessen, die zu dieser Verschiedenheit beigetragen haben und beitragen, befasst, baut sie nicht nur Brücken des Verstehens und der Hermeneutik des Fremden. Sie trägt in entscheidender Weise auch zur Diskussion der zentralen theologischen wie epistemologischen Frage nach dem Verhältnis von Universalität und Partikularität der Wahrheit Gottes bei.
Indem sie schließlich Interkulturalität als Wesensmerkmal des Christentums und der Theologie bewusst macht, zeichnet sich Interkulturelle Theologie als kritische theologische Wissenschaft aus, die immer wieder auch den Universalitätsanspruch westlicher Theologie in Frage stellt und ihre Begrenztheit aufzeigt. Das „Inter“ hat etwas Beunruhigendes, vielleicht auch etwas Anstößiges, in jedem Fall ist es kritisch und produktiv. Außerdem stellt sie die Frage, ob Theologien aus dem so genannten globalen Süden in Ländern des globalen Nordens überhaupt rezipiert und als relevant betrachtet werden.
In der Lehre möchte das Fach Interkulturelle Theologie in Bochum die Reflexion christlicher, religiöser und kultureller Pluralität außerhalb wie innerhalb Europas und die theologische Urteilsfähigkeit bei interkulturellen und interreligiösen Fragestellungen unterstützen.


Schwerpunkte Interkultureller Theologie an der RUB

Die Interkulturelle Theologie an der RUB legt neben dem markanten Fokus auf der Körperlichkeit, der alle Bereiche durchzieht, Schwerpunkte auf Afrika und Lateinamerika, kontextuelle Theologien in Asien, Afrika und Lateinamerika, postkoloniale und Gender-Theologien einschließlich daraus resultierender sozialethischer Fragen, Migrationstheologien, Entstehung und Wachstum von Pfingstkirchen v.a. in afrikanischen Ländern, den Zusammenhang von Globalisierung, Migration und Religion, Interkulturelle Gemeinden in NRW, das Ineinandergreifen von Religion, Politik und Fundamentalismus, Entwicklungspolitik und Religion, Kirchen in Transformationsprozessen (Südafrika und Ruanda) einschließlich der Entwicklung öffentlicher Theologien, Religionstheologien und Dialog der Religionen.
Neben „klassischen“ Formaten wie Vorlesungen und Seminaren werden Formen des forschenden Lernens unter Einbeziehung qualitativer Interviewtechniken und Inhaltsanalysen eingeübt. Englischsprachige Seminare unterstützen die englische Kommunikationsfähigkeit.


Körperlichkeit

Mit der Körperlichkeit hat die Interkulturelle Theologie in Bochum einen Schwerpunkt, der ganz auf der Höhe der Zeit kulturwissenschaftlicher Forschung wie auch gesellschaftlicher Herausforderungen liegt. Hochaktuelle Fragen wie die des transhumanistischen Enhancements des Körpers oder der gesellschaftlichen Normierung von Körperlichkeit, Körperwissen und Körperpraxis, sowie die Entstehung zahlreicher körperbezogener (religiöser) Rituale werden in den Kontext eines kulturellen und transkulturellen Wandels gestellt. Ethisches Nachdenken ist hier ebenso gefordert wie ein erweitertes Wissen um andere kulturelle Systeme und Werte sowie Kompetenz im Umgang mit „dem Anderen“.
„Körperlichkeit“ ist eine Grunddimension von Kultur. Seit den 1980er Jahren taucht der Körper in kultur- und geisteswissenschaftlichen Debatten verstärkt auf, nicht zuletzt eingeleitet durch Debatten über Gender und Körper, die „klassische“ Körperkonzep- tionalisierungen hinterfragen. Gleichzeitig werfen naturwissenschaftliche und medizinisch-technische Fortschritte neue körperbezogene ethische Fragestellungen auf. Anthropologisch-körperbezogene Themen stehen auch im Mittelpunkt zahlreicher gesellschaftlicher Debatten (Ehe für alle, Fragen von Anfang und Ende des Lebens, neue Rassismusdiskurse ausgelöst durch jüngere Migrationsbewegungen, die Frage des Sportunterrichts für Mädchen mit muslimischem Hintergrund u.v.m.). Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen haben körperbezogene politische Anthropologien und Philosophien etwa des „nackten Lebens“ als Fundament der Solidarität und der Orthopathie (z.B. Agamben, Nancy, Eagleton) hervorgerufen.
Für die Erforschung der Körperlichkeit bietet der breite interdisziplinäre Kontext der Ruhr-Universität einen optimalen Ausgangspunkt, denn diese Erforschung kann sinnvoll nur interdisziplinär und optimalerweise in internationalen Kooperationen geschehen.
Innerhalb der Evangelischen Theologie an der Ruhr-Universität hat die Erforschung des Körpers bereits eine längere Tradition, die sich in Forschungsschwerpunkten etwa zur biblischen Anthropologie und Ritualforschung, in Forschungen zur Vulnerabilität und zum Life Enhancement, in kirchengeschichtlichen Forschungen etwa zur Askese oder in Gender- und Queer-Forschungen niederschlägt.
Innerhalb der Interkulturellen Theologie werden Körperdiskurse bislang eher implizit als systematisch untersucht. Sie sind aber sowohl in historischen und missionswissenschaftlichen Untersuchungen als auch in der Analyse gegenwärtiger transkultureller und transreligiöser Phänomene permanent präsent. Eine transkulturelle Körpergeschichte im Allgemeinen wie eine transkulturell-religiöse Körpergeschichte im Besonderen bleiben bisher jedoch ein Forschungsdesiderat.
Ein wichtiges Forschungsfeld bildet in dieser Hinsicht die gegenwärtige religiös und kulturell plurale Situation in Deutschland und Europa. Sie stellt das Thema der Körperlichkeit vor neue Herausforderungen und verbindet es mit weiteren Diskursen und Fragestellungen: Interkulturelle Pflege und Seelsorge, vielfältige kulturell und religiös beeinflusste Lebens- formen, künstlerische Performanzen, die „den anderen“ Körper in den Mittelpunkt stellen, sind nur einige Phänomene, an denen deutlich wird, wie sehr Körperpraktiken von Religion und Kultur beeinflusst werden und Zugehörigkeit und Identität definieren. Diese interkulturelle Perspektive stellt sich die Aufgabe, zum Verständnis der Diversität kultureller Körperkonzepte und Körperpraktiken sowie zu einem friedlichen und konstruktiven Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft beizutragen.