Abgeschlossene Dissertationen

Elis Eichener: Die Zukunft der Seele. Eine poimenische Relecture des Seelenbegriffs

Für viele Menschen ist die Seelenvorstellung tröstlich, insbesondere im Kontext von Sterben und Tod. Doch wurde der Seelenbegriff in der wissenschaftlichen Theologie vor allem im 20. Jahrhundert scharf kritisiert. Dies hatte problematische Konsequenzen für die Praxis der Seelsorge. Wird die Seelenvorstellung, beispielsweise in der Trauerbegleitung, als theologisch falsch eingeschätzt, führt dies in der Seelsorge zu mangelnder Anschlussfähigkeit und begrenzter Empathie- und Sprachfähigkeit.
Ausgehend von diesem Befund möchte das Dissertationsprojekt den Seelenbegriff unter den zeitgenössischen geistesgeschichtlichen Bedingungen reformulieren. Dabei spielen neben praktisch-theologischen auch exegetische, philosophische und systematisch-theologische Herangehensweisen eine Rolle. Die Ausgangsthese der Untersuchung ist dabei, dass die Verabschiedung des Seelenbegriffs nicht nur in seelsorgerlicher, sondern auch theologischer Hinsicht zu hinterfragen ist. Zugleich werden Pfarrerinnen und Pfarrer mit einem neu plausibilisierten Seelenbegriff dazu ermutigt, in ihrer Sorge um die Seele die Rede von der Seele zu würdigen und an sie anzuknüpfen.


Niklas Peuckmann: Seelsorge in der Lebenswelt Bundeswehr. Eine poimenische Reflexion der Militärseelsorge

Die Bundeswehr unterliegt seit gut zwei Jahrzenten einem weitreichenden Transformationsprozess. Von einer strikten Verteidigungsarmee, die zum Großteil durch Wehrdienstpflichtige getragen wurde, hat sie sich zu einer international intervenierenden Einsatzarmee gewandelt, die seit 2001 auch Frauen in allen Verwendungszwecken zulässt und seit 2011 ausschließlich auf freiwillig gemeldete Soldaten und Soldatinnen zurückgreifen kann. Diese fundamentalen Veränderungen stellen nicht nur eine große Herausforderung für die Soldaten, Soldatinnen und deren Familien dar, sondern auch für die Militärseelsorge, die sich auf die veränderten Rahmenbedingungen konzeptionell und personell einstellen muss. Am Institut für Religion und Gesellschaft interessiert uns speziell der poimenische Aspekt der Militärseelsorgearbeit. Welchen Fragen muss sich Seelsorge an diesem besonderen Ort stellen? Wie versteht sich Seelsorge im Spannungsfeld von Bundeswehr und Kirche einerseits und Bundeswehr und Gesellschaft andererseits? Wie vollzieht sich Seelsorge in der Bundeswehr? Welche besonderen Herausforderungen sehen sich Militärseelsorgerinnen und -seelsorger gegenüber?
Im Zusammenhang mit diesem Projekt engagiert sich Isolde Karle zusammen mit Niklas Peuckmann in der ThEA (Theologisch-Ethische Arbeitsgemeinschaft) des Evangelischen Kirchenamtes der Bundeswehr in Berlin. Das Projekt wird großzügig durch die EKD gefördert. Das Projekt wird durchgeführt von Niklas Peuckmann.


Franziska Schade: Religiöse Selbstsorge von Jugendlichen. Die religiösen Bedürfnisse Heranwachsender im Kontext jugendkirchlicher Arbeit

Franziska Schade untersucht in ihrer Dissertation, welche religiösen und ästhetischen Angebote Jugendliche ansprechen und ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln und ihren Glauben zu leben. Sie führt dazu Interviews mit Jugendlichen, die eine Jugendkirche besuchen, durch. Jugendkirchen stellen eine spezielle Form kirchlicher Jugendarbeit dar und bieten durch ihre Angebotsstrukturen vielfältige Anknüpfungspunkte für Jugendliche. Da Jugendliche sich von den traditionellen Angeboten der Kirche in der Regel nicht angesprochen fühlen, erörtert Schade, inwieweit die spezielle Form der Jugendkirche Jugendlichen einen Raum bietet, in dem sie ihre eigene Religiosität ausdrücken, entwickeln und praktizieren können. Im Hinblick auf die religiöse Selbstsorge von Jugendlichen ist dabei augenfällig, dass sich Jugendliche nicht intentional um sich selbst sorgen (im Sinne eines "um zu"). Vielmehr nehmen sie die Ju-gendkirchen - anders als Schule, Beruf oder Familie - vor allem als einen sorgenfreien Raum wahr, in dem sie Spaß und Gemeinschaft unter Gleichaltrigen erleben und dadurch die Kraft finden, in ihren Alltag zurückzukehren.

Das Buch erscheint demnächst.


Anne Wehrmann-Kutsche: Vergewisserung und Irritation. Evangelische Frauenarbeit heute

Vergewisserung und Irritation. Evangelische Frauenarbeit heute

Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

Erschienen: 2020

ISBN: 978-3-374-06600-1

Die Frauenarbeit ist ein beständiger Zweig der zielgruppenorientierten Tätigkeitsbereiche in der Evangelischen Kirche. Dennoch steht die Arbeit „von Frauen für Frauen“ vor der Aufgabe, sich als selbstständiger Bereich behaupten zu müssen, da ihre Relevanz im Zusammenspiel kirchlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen immer wieder neu diskutiert wird. Das Aufkommen und die Erkenntnisse der Genderwissenschaft, Retraditionalisierungsprozesse, Kirchenfusionen und neue feministische Bewegungen führen zu einem steten Wandel der Institution des Evangelischen Frauenwerks.
Den Kern der Arbeit stellt eine empirische Studie dar, die auf 14 leitfadengestützte Interviews mit haupt- und ehrenamtlichen Expertinnen des Frauenwerks der Nordkirche basiert. Ziel dieses Forschungsprojektes ist ein differenzierter Blick auf ihr Arbeitsfeld. Wo liegen für die gestaltenden Frauen die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer Tätigkeit? Welche Ziele verfolgen sie? Ein weiterer Fokus liegt auf der Darstellung von Herausforderungen, mit denen sich die Frauen konfrontiert sehen, sowie perspektivische Veränderungen der Frauenarbeit.

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Gottes Wort in der Geschichte. Reformation und Reform in der Kirche

In dem ökumenischen und zugleich interdisziplinären Forschungsprojekt „Gottes Wort in der Geschichte. Reformation und Reform in der Kirche“ kooperierte Isolde Karle mit Ute Gause (Evangelisch-Theologische Fakultät Bochum), Wilhelm Damberg und Thomas Söding (beide Katholisch-Theologische Fakultät Bochum). Die Forschergruppe ging der Frage nach den zentralen Impulsen der Reformation nach und reflektierte ihre Relevanz für die gegenwärtigen Erneuerungsprozesse der beiden großen Kirchen. Im Zentrum stand dabei die Frage nach der Wirksamkeit von „Gottes Wort in der Geschichte“.
Unter dem Titel „Reform und Reformation der Kirche" fand vom 26.-28.09.2013 ein ökumenisches Symposion mit Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der evangelischen und katholischen Theologie, aus der Geschichts- und Medienwissenschaft und mit hochrangigen Kirchenvertretern aus beiden Kirchen statt. Die Beiträge des Symposions wurden in einem Band im Herder-Verlag veröffentlicht.

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Kirchenreform im Vergleich

Das Thema „Kirchenreform" ist seit vielen Jahren ein Forschungsschwerpunkt von Isolde Karle. Sie war in die EKD-Diskussionen zu dem Reformpapier „Kirche der Freiheit" von Anfang an auf verschiedenen Tagungen und Kongressen involviert. Sie hat eine interdisziplinäre Tagung zur „Kirchenreform", finanziert von der Fritz Thyssen Stiftung, durchgeführt und die Vorträge in einem Sammelband veröffentlicht. Es folgte darauf 2011 die einschlägige Monographie „Kirche im Reformstress“. Im Anschluss daran kooperierte Isolde Karle mit den Münsteraner Religionssoziologen Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Karl Gabriel und Prof. Dr. Detlef Pollack, um mit ihnen zusammen ein von der DFG finanziertes Forschungsprojekt „Kirchenreformen im Vergleich" durchzuführen. Das Projekt untersuchte und verglich Kirchenreformen, die auf der operativen Leitungsebene der Landeskirchen und Bistümer und Freikirchen in den letzten 15 Jahren angestrebt und durchgeführt wurden. Es wurden dazu Interviews mit Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Kirchenleitungen durchgeführt, analysiert und interpretiert. Auf einer Abschlusstagung des Projekts im Oktober 2014 in Münster wurden erste Ergebnisse präsentiert und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Kirche diskutiert. Zentrale Ergebnisse wurden in einem Themenheft der Evangelischen Theologie 1/2016 veröffentlicht.
Stefanie Brauer-Noss hat ihre in diesem Rahmen angefertigte Dissertation 2017 unter dem Titel Kirchenreformen im Vergleich. Eine empirische Studie zu drei evangelischen Landeskirchenabgeschlossen und publiziert.

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Religion und Krankheit

Im Rahmen des NRW-Exzellenzwettbewerbes für Geistes- und Kulturwissenschaften „Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven!“ wurde das Projekt „Deutungen von Krankheit in der postsäkularen Gesellschaft“ von Prof. Dr. Dr. Günter Thomas (Systematische Theologie/Ethik) und Prof. Dr. Isolde Karle bis Ende 2006 voll finanziert. Die Ergebnisse der Forschungstagungen wurden in einem Band beim Kohlhammer-Verlag veröffentlicht. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden überdies ca. 60 leitfadengestützte Interviews vor allem mit Patientinnen und Patienten, aber auch mit Pflegekräften und Ärzten durchgeführt. Diese Interviews wurden in einer Dissertation von Sabine Winkelmann systematisch ausgewertet unter dem Titel: Religiöse Deutungen in schwerer Krankheit. Eine Analyse und Auswertung leitfadengestützter Patienteninterviews.
Praktisch-theologisch interessiert dabei insbesondere die Frage nach dem Zusammenhang und der Differenz von Heil und Heilung, von Religion und Gesundheit. In der Seelsorgediskussion, zunehmend aber auch in der gottesdienstlichen Praxis, inspiriert durch die ökumenische Diskussion wurde in den letzten Jahrzehnten viel Wert auf die Interdependenz von Heil und Heilung gelegt. Uns geht es darum, die Chancen, aber auch die Probleme solch postulierter Zusammenhänge (und Kausalitäten) differenziert zu analysieren und dabei zu einer verantwortlichen kirchlichen Praxis im Umgang mit Kranken anzuregen.

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Stefanie Brauer-Noss: Kirchenreformen im Vergleich. Eine empirische Studie

Kirchenreformen im Vergleich. Eine empirische Studie zu drei evangelischen Landeskirchen

Evangelische Verlagsanstalt

Erscheint: Dezember 2017

ISBN 978-3-374-05382-7



Die evangelischen Landeskirchen sind unter Druck geraten. Sinkende Mitgliedszahlen, finanzielle Unsicherheiten und Traditionsabbrüche sind nur die offensichtlichsten Faktoren, die seit einigen Jahrzehnten auf die Landeskirchen wirken und diese zu Veränderungen zwingen. Die Arbeit untersucht die Reformprozesse der Landeskirchen von Mitteldeutschland, Nordelbien und Württemberg seit Beginn der 1990er Jahre und bezieht dabei vor allem die Perspektive der Verantwortlichen der Reformprozesse in die Analyse mit ein.

Im Fokus steht dabei die Frage nach den Auslösern der konkreten Prozesse, nach Ziel und Zielerreichung, nach den Akteuren und ihrer Wahrnehmung der Situation und des Lösungsansatzes. Im Vergleich der drei sehr unterschiedlichen Landeskirchen soll die Korrelation zwischen Rahmenbedingungen und Reformansätzen untersucht werden.

Die Dissertation wurde im Rahmen des von der DFG finanzierten Forschungsprojekts „Kirchenreformen im Vergleich“ durchgeführt. Dem Projekt standen Prof. Dr. Isolde Karle und die Münsteraner Religionssoziologen Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Karl Gabriel und Prof. Dr. Detlef Pollack vor.

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Katja Dubiski: Seelsorge und Kognitive Verhaltenstherapie. Plädoyer für eine psychologisch informierte Seelsorge

Seelsorge und Kognitive Verhaltenstherapie. Plädoyer für eine psychologisch informierte Seelsorge

Evangelische Verlagsanstalt

Erschienen: 2017

ISBN 978-3-374-05215-8

Eine Rezeption psychologischer Theorien und psychotherapeutischer Methoden in der Seelsorge findet seit langem statt. Verfahren kognitiver Verhaltenstherapie werden dabei im deutschsprachigen Bereich nur am Rande berücksichtigt. In der universitären psychologischen Forschung dominieren allerdings gerade diese Verfahren seit Jahrzehnten und erweisen eine große Wirksamkeit bei unterschiedlichsten psychischen Störungen.
Deshalb tritt die Studie aus Per­spektive der Seelsorge in einen konstruktiv-kritischen Dialog mit Theorien und Methoden kognitiver Verhaltenstherapie. Dieser konzentriert sich auf theologisch-anthropologische Aspekte von Freiheit, auf das Thema »Wirksamkeit« sowie auf eher methodische Fragen der Gesprächsführung. Ziel ist eine »psychologisch informierte Seelsorge«.

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Sabine Winkelmann: Religiöse Deutungen in schwerer Krankheit. Eine Analyse und Auswertung leitfadengestützter Patienteninterviews

Religiöse Deutungen in schwerer Krankheit. Eine Analyse und Auswertung leitfadengestützter Patienteninterviews

LIT Verlag

Erschienen: 2016

ISBN 978-3-643-13185-0


In der seelsorgerlichen Begegnung mit schwer Erkrankten ist die Wahrnehmung der individuellen religiösen Praxis und unterschiedlicher theologischer Ansichten von großer Bedeutung. Diese Studie will für die Vielfalt und Komplexität religiöser Deutungen sensibilisieren. Dazu werden Interviews mit Betroffenen und bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander ins Gespräch gebracht. Der Fokus liegt auf den Themen Gebet, Gottesbild, Krankheit, Bedeutung christlicher Tradition sowie der Seelsorge. Daraus ergeben sich Hinweise für eine gelingende Seelsorge nicht nur an älteren Menschen.

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Annika Happe: Auf der Suche nach dem „Anderen Advent“?! Gelebte Religiosität im Weihnachtsfestkreis

Auf der Suche nach dem „Anderen Advent“?! Gelebte Religiosität im Weihnachtsfestkreis

Evangelische Verlagsanstalt

Erschienen: 2015

ISBN 978-3-374-04168-8

Zu Advent und Weihnachten sehnen sich viele Menschen nach dem ›Anderen‹ jenseits des Alltags. Der Kalender »Der Andere Advent« begleitet Menschen in der Advents- und Weihnachtszeit bei dieser Suche nach dem ›Anderen‹. Dabei will er die christliche Botschaft von Weihnachten bewusst in den Blick bringen – und das mit stetig wachsendem Erfolg. Doch was macht den Kalender so attraktiv? Welche Rolle spielen die Glaubensinhalte bei der Beschäftigung mit dem Kalender, aber auch im Kontext moderner christlicher Weihnachtsreligiosität insgesamt?
Diesen Fragen geht die Studie nach. Sie führt zunächst historisch, soziologisch und praktisch-theologisch in die (Be-)Deutung von Weihnachten ein, um sich dann auf Interviews mit den Lesern des »Anderen Advents« zu konzentrieren. Mittels der empirischen Ergebnisse gelingt es, spätmoderne christliche Religiosität und Volkskirchlichkeit auch über Advent und Weihnachten hinaus neu in den Blick zu bringen und so weiterführende Anregungen für die theologische Theoriebildung und kirchliche Praxis zu bieten.

Das Dissertationsprojekt "Auf der Suche nach dem 'anderen Advent'?!" wurde gefördert durch den Verein Andere Zeiten e. V.

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Christoph Meyns: Kirchenreform und betriebswirtschaftliches Denken. Modelle - Erfahrungen - Alternativen

Kirchenreform und betriebswirtschaftliches Denken. Modelle - Erfahrungen - Alternativen

Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 2013

ISBN 978-3-579-08166-3

Kirchenreform – unter diesem Stichwort werden seit rund zwei Jahrzehnten umfangreiche Rückbau-, Reorganisations- und Neuorientierungsprozesse verhandelt, zu denen sich die evangelische Kirche unter dem Vorzeichen leerer Kassen gezwungen sieht. Häufig sind es am betriebswirtschaftlichen Denken orientierte Analysen und Instrumente, mit deren Hilfe die Herausforderungen bewältigt werden sollen. Aber: Immer wieder führt dies in große Konflikte oder zu unbefriedigenden Ergebnissen. Warum ist das so?
Christoph Meyns untersucht, was sich kirchliche Leitungsinstanzen im Bemühen um eine sinnvolle Anpassung der kirchlichen Arbeit an sinkende Ressourcen vom Einsatz betriebswirtschaftlicher Denkansätze und Methoden erhoffen dürfen und was nicht. Er macht sichtbar, wo ihr Einsatz begrenzt Sinn ergibt und wo er in Aporien führt. Und er zeigt, worin mögliche Alternativen bestehen.

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Jula Well: Ressourcen stärken - Seelsorge für Eltern letal erkrankter Kinder

Ressourcen stärken - Seelsorge für Eltern letal erkrankter Kinder

Evangelische Verlagsanstalt

Erschienen: 2013

ISBN 978-3-374-03173-3

Jährlich sterben in Deutschland ungefähr 5.000 Kinder an lebensverkürzenden sogenannten letalen Erkrankungen. Die betroffenen Eltern wissen um den kommenden Tod ihres Kindes und müssen mit dieser Belastung leben. Was kann diese Eltern trösten und motivieren? Was gibt ihnen Kraft? Woran orientieren sie sich? Welche Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen sind für sie religiös hilfreich?

Diesen Fragen geht Jula Elene Well nach. Sie führt zunächst soziologisch, religionspsychologisch und praktisch-theologisch in das Thema ein, um sich dann auf das empirische Herzstück der Studie, die Interviews mit betroffenen Eltern, zu konzentrieren. Dabei gelingt es, ein äußerst reichhaltiges empirisches Material differenziert zu erschließen, zu deuten und für die poimenische Diskussion fruchtbar zu machen. Darüber hinaus werden wichtige Impulse für die Gottesbilddiskussion und die Frage nach dem Sinn bzw. der Sinnlosigkeit von Leiden und Krankheit gegeben.

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Heike Ernsting: Salbungsgottesdienste in der Volkskirche. Krankheit und Heilung als Thema der Liturgie

Salbungsgottesdienste in der Volkskirche. Krankheit und Heilung als Thema der Liturgie

Evangelische Verlagsanstalt

Erschienen: 2012

ISBN 978-3-374-03102-3

Heike Ernsting untersucht Salbungsgottesdienste als neues Phänomen in der Evangelischen Kirche und betritt damit Neuland in der Praktischen Theologie. Das Phänomen Salbungsgottesdienste wird aus unterschiedlichen Perspektiven erschlossen: durch eine empirische Untersuchung von Salbungsgottesdiensten in der gemeindlichen Praxis, durch die Analyse von Impulsen aus der Kirchengeschichte und der Ökumene, durch eine systemtheoretische Untersuchung, die die soziologischen Bedingungen einer Sehnsucht nach Heilung und Ganzheitlichkeit erhellt. Ernsting entfaltet abschließend die These des Salbungsgottesdienstes als neu emergierenden Kasualgottesdienstes, der in theologisch zugespitzter Weise den »Kasus« Krankheit und bedrohte Leiblichkeit thematisiert und die Zuwendung Gottes zu den »Müh­seligen und Beladenen« erfahrbar werden lässt.

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Tanja Schmidt: Die Bibel als Medium religiöser Bildung. Kulturwissenschaftliche und religionspädagogische Perspektiven

Die Bibel als Medium religiöser Bildung. Kulturwissenschaftliche und religionspädagogische Perspektiven

V&R unipress

Erschienen: 2008

ISBN 978-3-899-71427-2

Die Beschäftigung mit der Bibel im Religionsunterricht erscheint in posttraditionaler Zeit keineswegs als selbstverständlich. Die Studie geht der Frage nach, welche Gründe angesichts dieser Herausforderung für einen reflektierten Unterricht mit der Bibel sprechen. Dabei bilden die bewährten Bibeldidaktiken von Horst Klaus Berg und Ingo Baldermann den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer eigenen Bildungstheorie der Bibel. Ihre Ansätze werden auf dem Hintergrund der Theorie des kulturellen Gedächtnisses und einer konstruktivistischen Theorie der Sozialisation auf überraschende Weise neu gelesen.Die Autorin sucht den überkommenen Antagonismus von Subjekt und Tradition zu überwinden. Sie zeigt, dass die Bibel eine unverzichtbare Ressource sowohl für die Identitätsbildung des Einzelnen als auch für die Kultur im Ganzen ist und gibt dem Unterricht mit der Bibel einen zentralen Ort innerhalb des Bildungskanons der modernen Schule zurück.

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Angelika Überrück: Die christlichen Motive des Blaudrucks in Deutschland. Spiegel der Volksfrömmigkeit in Deutschland vom Ende des 17. Jahrhunderts bis heute

Die christlichen Motive des Blaudrucks in Deutschland. Spiegel der Volksfrömmigkeit in Deutschland vom Ende des 17. Jahrhunderts bis heute

LIT Verlag

Erschienen: 2008

ISBN 978-3-8258-1502-8

Die Dissertation untersucht die christlichen Motive des Blaudrucks. Dieses heute vom Aussterben bedrohte Handwerk kam am Ende des 17. Jh.s nach Deutschland. Der Blaudruck bot für einfache Bevölkerungsschichten erstmalig die Möglichkeit, Gebrauchstextilien dauerhaft und kostengünstig mit Mustern zu verzieren. Von Anfang an wurden dabei auch christliche Motive gedruckt und innerhalb des Blaudruckhandwerks bis heute tradiert. Der einzigartige Kanon der christlichen Motive des Blaudrucks wird erfasst, ihre Herkunft erforscht und die Bedeutung für die Frömmigkeit ihrer Nutzer dargestellt.

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