Lehre

Der Lehrstuhl bietet regelmässig die folgenden Veranstaltungen an:

Vorlesungen

1. Prolegomena zur Evangelischen Dogmatik

Die Vorlesung führt in Fragestellungen, Arbeitsweisen und Probleme der evangelischen Dogmatik in der Moderne ein. Mit einem Blick auf die Geschichte christlicher Lehre seit der Reformation bestimmt sie den Charakter der evangelischen Dogmatik als einer wissenschaftlichen Disziplin der Theologie und klärt ihr Verhältnis zur Ethik und Religionsphilosophie. Weitere Themen sind das religionsgeschichtliche und historisch-kritische Bewusstsein der evangelischen Dogmatik und ihr Verhältnis zum Paradigma der Säkularisierung des Christentums in der Moderne. Vertiefend wird am Schluss die gewandelte Bedeutung der Schriftlehre seit der Reformation behandelt.

2. Evangelische Dogmatik im Überblick

Die Vorlesung fragt nach dem Wahrheitsanspruch christlicher Lehre durch die Jahrhunderte und motiviert den Ansatz einer systematischen Durchdringung des christlichen Glaubens. Sie entfaltet und motiviert den Aufbau der modernen Dogmatik und klärt die Funktion wissenschaftlicher Prolegomena für deren Selbstverständnis. Sie behandelt weiter den klassischen Themenkanon der Dogmatik im Überblick und stellt abschließend aktuelle Debatten und Fragestellungen zur Weiterentwicklung der evangelischen Dogmatik zur Diskussion.

3. Kirchen und Konfessionskulturen im Zeichen der Ökumene

Die Vorlesung bietet eine systematisch angelegte Einführung in die theologischen und kirchenpolitischen Bemühungen um eine Ökumene des Christentums. Sie klärt die Begriffe ‚Kirche‘ und ‚Konfessionskultur‘ in theologischer wie kulturwissenschaftlicher Hinsicht und entwickelt eine Theorie der Pluralität des Christentums. Darauf aufbauend stellt sie verschiedene hermeneutische Modelle und normative Konzeptionen des Umgangs mit der Einheit und Pluralität des Christentums vor und diskutiert diese in ihren Potenzialen für die gesellschaftliche und kirchliche Praxis.

 4. Ökumene und öffentliche Verantwortung

Die Spezialvorlesung fokussiert die öffentliche und gesellschaftspolitische Dimension ökumenischer Konzepte von Dialog und Verständigung, Frieden und Versöhnung und beleuchtet ihre Relevanz kritisch. Die Spezialvorlesung wird jeweils im Wintersemester angeboten.

5. Gott ‚ohne‘ Souveränität

Dass Gott allmächtig ist und souverän handelt, gehört zu den Grundüberzeugungen der theologischen Tradition. Doch ist dies auch der Gott, von dem die biblischen Überlieferungen erzählen und dem Menschen in Jesus Christus begegnet sind? In Jesus Christus zeigte sich Gott leibhaftig, verletzlich, zweifelnd und schwach. Ein gewichtiges Argument gegen die theologische Souveränitätslehre wird daher für gewöhnlich im Ausgang vom Kreuz Christi formuliert. Der Kreuzestod Christi sei das Paradigma für ein neues Denken Gottes, welches ihn als leidenden Gott verstehe, der in sich selbst Tod und hoffnungslose Verwerfung ausgehalten habe. Doch die vermeintliche Überwindung der Souveränität in der Theologie des gekreuzigten Gottes schreibt diese lediglich unter verändertem Vorzeichen fort. Die Vorlesung geht daher zu neueren Ansätzen einer Dekonstruktion und Kritik der christlichen Gotteslehre weiter und diskutiert u.a. die philosophischen Positionen von J. Derrida, E. Levinas, J.-L. Nancy, G. Vattimo, J. Caputo, S. Zizek, J.-L. Marion sowie G. Agamben.

 

Proseminare

- Harnack: Das Wesen des Christentums

- Troeltsch: Absolutheit des Christentums

- Luthers Freiheitsschrift

- Dalferth: Evangelische Theologie als Interpretationspraxis

- Korsch: Einführung in die Evangelische Dogmatik

- Melanchthon: Loci communes

- Luthers Großer Katechismus

- Schleiermacher: Reden über die Religion

Hauptseminare

- Schleiermachers Glaubenslehre

- Calvin: Institutio christianae religionis

- Schöpfungstheologie

- Evangelische Ekklesiologien: Pannenberg und Tillich

- Kants Religionsschrift

- Dekonstruktion der Religion

- Kierkegaards Taten der Liebe

- Ökumenische Theologie